Als Motorradfahrer brauchen Sie unbedingt einen zugelassenen Schutzhelm, eine Motorradjacke mit Protektoren, Handschuhe, Stiefel und idealerweise eine Schutzhose. Diese Ausrüstung schützt Sie bei einem Sturz vor schweren Verletzungen an Kopf, Schultern, Händen und Beinen. In diesem Artikel beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um Motorradschutzausrüstung, Kosten und Pflege.

Welche Schutzausrüstung ist für Motorradfahrer gesetzlich vorgeschrieben?

In Deutschland ist für Motorradfahrer gesetzlich nur das Tragen eines Schutzhelms vorgeschrieben. Alle weiteren Schutzkleidungsstücke wie Jacke, Handschuhe, Stiefel und Hose sind rechtlich nicht verpflichtend, aber aus Sicherheitsgründen dringend empfohlen. Die Helmpflicht gilt für alle Krafträder, also auch für Mopeds und Roller.

Obwohl das Gesetz nur den Helm vorschreibt, zeigt die Unfallforschung klar, dass Motorradfahrer ohne vollständige Schutzkleidung bei einem Sturz deutlich schwerer verletzt werden. Hände, Arme und Beine sind besonders gefährdet. Wer ohne Handschuhe fährt, riskiert bei einem einfachen Sturz tiefe Schürfwunden und Knochenbrüche an den Händen, weil der natürliche Reflex ist, sich mit den Händen abzustützen.

Ein weiterer Punkt: Versicherungen können im Schadensfall eine Mitschuld anrechnen, wenn fehlende Schutzkleidung nachweislich zu schwereren Verletzungen geführt hat. Es lohnt sich also nicht nur für die eigene Sicherheit, vollständig ausgerüstet zu fahren.

Welcher Helm ist der richtige für Motorradfahrer?

Der richtige Motorradhelm hängt von Ihrem Fahrstil und Ihren persönlichen Vorlieben ab. Integralhelme bieten den besten Rundum-Schutz und eignen sich für Touren und sportliches Fahren. Jethelme sind offener und beliebt bei Stadtfahrern und Rollerfahrern. Klapphelme verbinden beide Vorteile. Wichtig ist, dass jeder Helm die ECE-Norm 22.06 trägt.

Helmtypen im Überblick

Der Integralhelm schließt Kinn und Gesicht vollständig ein und gilt als sicherste Option. Er ist ideal für Überlandfahrten und höhere Geschwindigkeiten. Der Jethelm lässt Gesicht und Kinn frei, bietet mehr Komfort bei niedrigen Geschwindigkeiten und in der Stadt, schützt aber das Kinn nicht. Der Klapphelm lässt sich am Kinnbügel aufklappen und ist praktisch für Stadtfahrten, bei denen man häufig anhält.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Achten Sie beim Kauf immer auf die aktuelle ECE-Norm 22.06, die seit 2023 für neue Helme gilt und höhere Sicherheitsanforderungen stellt als ältere Normen. Der Helm muss gut sitzen: Er darf weder drücken noch wackeln. Kaufen Sie ihn am besten im Fachhandel, wo Sie ihn anprobieren können. Günstige Helme ohne Zertifizierung sollten Sie grundsätzlich meiden.

Was schützt eine Motorradjacke besser als normale Kleidung?

Eine Motorradjacke schützt besser als normale Kleidung, weil sie aus abriebfestem Material wie Leder oder Cordura-Textil besteht und an Schultern, Ellbogen und Rücken feste Protektoren enthält. Diese Protektoren absorbieren und verteilen die Aufprallenergie bei einem Sturz, während normale Kleidung sofort reißt und keinerlei Schutz bietet.

Motorradjacken sind nach der Norm EN 13595 geprüft und in Schutzklassen eingeteilt. Klasse AA bietet dabei den höchsten Schutz. Besonders wichtig ist der Rückenprotektor: Viele Jacken haben ab Werk nur einen einfachen Schaumstoffprotektor eingebaut. Es lohnt sich, diesen gegen einen zertifizierten Level-2-Protektor auszutauschen, der nach EN 1621-2 geprüft ist.

Moderne Textiljacken bieten zusätzlich praktische Vorteile: Sie sind oft wasserdicht, belüftbar und für verschiedene Temperaturen geeignet. Lederjacken sind langlebiger und bieten in der Regel etwas mehr Abriebfestigkeit, sind aber weniger flexibel bei wechselndem Wetter.

Welche Motorradhandschuhe und -stiefel braucht man wirklich?

Motorradfahrer brauchen Handschuhe mit Knöchelschutz und verstärkten Handflächen sowie Stiefel, die den Knöchel stabilisieren und die Schienbeine schützen. Beide Ausrüstungsgegenstände sind bei einem Sturz stark gefährdet und sollten speziell für das Motorradfahren entwickelt sein, nicht einfach normale Sport- oder Wanderschuhe.

Motorradhandschuhe richtig wählen

Gute Motorradhandschuhe haben einen harten Knöchelschutz, verstärkte Handflächen aus Leder oder Kevlar und eine Manschette, die das Handgelenk sichert. Für den Sommer empfehlen sich Handschuhe mit Belüftung, für Herbst und Winter wasserdichte, gefütterte Modelle. Handschuhe sollten nach EN 13594 zertifiziert sein. Billige Handschuhe ohne Protektoren bieten kaum Schutz.

Motorradstiefel: mehr als nur Optik

Echte Motorradstiefel unterscheiden sich von normalen Stiefeln durch innere Knöchelprotektoren, Schienbeinkappen und eine rutschfeste, ölbeständige Sohle. Sie reichen mindestens bis über den Knöchel und verhindern, dass dieser bei einem Sturz umknickt. Tourenfahrer greifen oft zu hohen Systemstiefeln, Stadtfahrer bevorzugen kürzere Modelle, die wie normale Schuhe aussehen, aber dennoch zertifizierten Schutz bieten.

Wie viel kostet eine vollständige Motorrad-Schutzausrüstung?

Eine vollständige Motorradschutzausrüstung kostet je nach Qualität zwischen 400 und 1.500 Euro. Ein solider Einstieg mit einem guten Helm, einer Textiljacke, Handschuhen, Schutzhose und Stiefeln ist ab etwa 500 bis 700 Euro möglich. Premium-Ausrüstung aus hochwertigen Materialien mit Top-Protektoren liegt deutlich höher.

Hier eine grobe Orientierung nach Produktkategorie:

  • Motorradhelm: 100 bis 600 Euro (empfehlenswert ab 200 Euro)
  • Motorradjacke: 100 bis 500 Euro
  • Schutzhose: 80 bis 300 Euro
  • Motorradhandschuhe: 30 bis 150 Euro
  • Motorradstiefel: 80 bis 350 Euro

Sparen sollten Sie vor allem nicht beim Helm. Dieser ist der wichtigste Schutz, den Sie tragen. Bei Jacke und Hose lohnt es sich, auf geprüfte Protektoren zu achten, auch wenn das Produkt im mittleren Preissegment liegt. Günstige Komplettsets aus dem Discounter erfüllen oft nicht die aktuellen Sicherheitsnormen.

Wann sollte Motorradausrüstung ersetzt oder erneuert werden?

Motorradausrüstung sollte nach einem Sturz immer ersetzt werden, auch wenn sie äußerlich unversehrt aussieht. Helme verlieren durch einen Aufprall ihre Schutzwirkung, selbst wenn keine sichtbaren Schäden entstanden sind. Unabhängig von Stürzen empfehlen Hersteller, Helme spätestens nach fünf bis sieben Jahren auszutauschen.

Der Grund dafür ist die Materialalterung: Kunststoffe und Schaumstoffe werden mit der Zeit spröde und verlieren ihre Dämpfungswirkung, besonders durch UV-Strahlung, Schweiß und Pflegemittel. Auch Protektoren in Jacken und Hosen altern und sollten regelmäßig geprüft werden.

Folgende Situationen machen eine Erneuerung der Motorradsicherheitsausrüstung nötig:

  • Nach jedem Sturz oder Aufprall, unabhängig vom sichtbaren Schaden
  • Bei sichtbaren Rissen, Scheuerstellen oder beschädigten Verschlüssen
  • Wenn Protektoren nicht mehr fest sitzen oder gebrochen sind
  • Nach spätestens fünf bis sieben Jahren beim Helm
  • Bei stark ausgeleierten Handschuhen oder Stiefeln ohne Halt am Knöchel

Kaufen Sie niemals einen gebrauchten Helm, dessen Geschichte Sie nicht kennen. Ein Helm, der schon einmal gestürzt ist, kann nach außen hin perfekt aussehen und trotzdem keine Schutzwirkung mehr bieten.

Wie Vogelsang Automobile Ihnen bei der richtigen Motorradausrüstung hilft

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