Eine Motorradkette richtig zu pflegen bedeutet: regelmäßig reinigen, schmieren und die Spannung kontrollieren. Wer das konsequent macht, verlängert die Lebensdauer der Kette erheblich und sorgt gleichzeitig für sicheres Fahren. In diesem Artikel beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um die Kettenpflege, von der richtigen Häufigkeit bis zum richtigen Zeitpunkt für einen Austausch.

Wie oft muss eine Motorradkette gepflegt werden?

Eine Motorradkette sollte alle 500 bis 1.000 Kilometer gereinigt und geschmiert werden. Bei Regen, Schmutz oder langen Autobahnfahrten empfiehlt sich eine kürzere Intervallfolge. Wer sein Motorrad häufig unter widrigen Bedingungen bewegt, sollte die Kette nach jeder nassen Fahrt zumindest kurz kontrollieren und bei Bedarf nachschmieren.

Ein guter Richtwert: Wenn Sie die Kette bei einer kurzen Sichtprüfung trocken, rau oder mit sichtbarem Schmutz sehen, ist es Zeit für die Pflege. Warten Sie nicht auf ein Quietschen oder Ruckeln, denn dann hat die Kette bereits Schaden genommen. Regelmäßige Pflege kostet wenige Minuten, spart aber auf lange Sicht deutlich Geld.

Welche Mittel braucht man zur Kettenpflege?

Für die Kettenpflege brauchen Sie einen Kettenreiniger, eine Kettenbürste und ein hochwertiges Kettenspray. Diese drei Mittel reichen für eine vollständige Pflege aus. Zusätzlich sind ein Lappen oder Einweghandtücher sowie ein Ständer oder Montageständer praktisch, damit sich das Hinterrad frei drehen lässt.

  • Kettenreiniger: Löst Öl, Schmutz und alte Schmiermittelreste, ohne die O-Ringe der Kette anzugreifen. Achten Sie auf ein O-Ring-sicheres Produkt.
  • Kettenbürste: Eine spezielle Dreiseitenbürste erreicht alle Kettenglieder gleichzeitig und spart Zeit.
  • Kettenspray: Haftet gut, schleudert wenig ab und schützt vor Korrosion. Für Motorräder mit O-Ring-Kette ein speziell dafür geeignetes Spray verwenden.
  • Lappen oder Einweghandtücher: Zum Abwischen von überschüssigem Reiniger und Schmiermittel.

Finger weg von WD-40 als Schmiermittel. Es eignet sich allenfalls zum kurzfristigen Schutz, nicht als Dauerschmierung. Ein gutes Motorradketten-Spray aus dem Fachhandel ist die deutlich bessere Wahl.

Wie reinigt man eine Motorradkette Schritt für Schritt?

Die Reinigung einer Motorradkette läuft in wenigen klaren Schritten ab: Motorrad sichern, Reiniger auftragen, Kette abbürsten, abwischen und trocknen lassen. Der gesamte Vorgang dauert in der Regel 10 bis 15 Minuten.

  1. Motorrad sichern: Stellen Sie das Motorrad auf einen Hauptständer oder Montageständer, damit das Hinterrad frei dreht.
  2. Reiniger auftragen: Sprühen Sie den Kettenreiniger gleichmäßig auf die gesamte Kette, während Sie das Hinterrad langsam drehen.
  3. Einwirkzeit abwarten: Lassen Sie das Mittel je nach Herstellerangabe 1 bis 3 Minuten einwirken.
  4. Kette abbürsten: Fahren Sie mit der Kettenbürste rundherum über alle Glieder, Rollen und Seitenflächen. Wiederholen Sie das, bis die Kette sauber ist.
  5. Reiniger abwischen: Wischen Sie Schmutz und Reiniger mit einem Lappen ab. Das Hinterrad dabei langsam weiterdrehen.
  6. Trocknen lassen: Warten Sie kurz, bevor Sie mit der Schmierung beginnen, damit der Reiniger vollständig verdunstet ist.

Wichtig: Reinigen Sie die Kette nie direkt nach einer Fahrt, wenn sie noch heiß ist. Warten Sie, bis Motor und Antrieb abgekühlt sind.

Wie schmiert man eine Motorradkette richtig?

Nach der Reinigung sprühen Sie das Kettenspray gleichmäßig auf das Innenglied der Kette, also auf die Seite, die mit dem Kettenrad in Berührung kommt. Drehen Sie das Hinterrad dabei langsam und vollständig einmal durch, damit alle Glieder gleichmäßig bedeckt sind.

Sprühen Sie nicht zu viel auf einmal. Ein dünner, gleichmäßiger Film reicht aus. Überschüssiges Schmiermittel schleudert beim Fahren auf Felge, Reifen und Schwinge, was unschön und schwer zu entfernen ist. Nach dem Auftragen kurz warten, damit das Spray einzieht, und dann überschüssiges Mittel mit einem Lappen abwischen.

Schmieren Sie die Kette am besten direkt nach einer Fahrt, wenn sie noch leicht warm ist. Das Schmiermittel zieht dann besser in die Gelenke ein und verteilt sich gleichmäßiger.

Wann und wie spannt man eine Motorradkette nach?

Eine Motorradkette muss nachgespannt werden, wenn das Durchhängen zu groß ist. Den richtigen Wert finden Sie im Fahrzeughandbuch, typischerweise liegt er zwischen 20 und 30 Millimetern vertikalem Spiel in der Kettenmitte. Eine zu lockere Kette kann springen, eine zu straffe Kette belastet Lager und Getriebe übermäßig.

So prüfen Sie das Kettenspiel

Stellen Sie das Motorrad auf den Hauptständer und drücken Sie die Kette in der Mitte zwischen Kettenrad und Ritzel nach oben und unten. Der Weg, den die Kette dabei zurücklegt, ist das Kettenspiel. Vergleichen Sie diesen Wert mit der Herstellerangabe im Handbuch.

So spannen Sie die Kette nach

Lösen Sie die Hinterachsmutter leicht. Auf beiden Seiten der Schwinge befinden sich Einstellschrauben, mit denen Sie die Achse nach hinten schieben und damit die Kette straffen. Drehen Sie beide Seiten immer gleichmäßig, damit das Hinterrad nicht schief steht. Kontrollieren Sie danach das Spiel erneut und ziehen Sie die Achsmutter auf das vorgeschriebene Anzugsdrehmoment fest.

Wenn Sie unsicher sind oder kein passendes Werkzeug haben, ist das Nachspannen eine Arbeit, die schnell und günstig in einer Fachwerkstatt erledigt werden kann.

Wann muss eine Motorradkette ausgetauscht werden?

Eine Motorradkette muss ausgetauscht werden, wenn sie sich um mehr als zwei Prozent gestreckt hat, sichtbar verrostet ist, einzelne Glieder klemmen oder sich nicht mehr gleichmäßig bewegen. In der Praxis bedeutet das bei normaler Nutzung und regelmäßiger Pflege eine Lebensdauer von etwa 15.000 bis 25.000 Kilometern.

Ein einfacher Prüftest: Ziehen Sie die Kette am hinteren Kettenrad nach hinten. Wenn sich mehr als die Hälfte eines Zahnradzahns freilegt, ist die Kette zu gestreckt und muss ersetzt werden. Spezielle Kettenverschleißlehren aus dem Zubehörhandel machen diese Messung noch genauer.

Wichtig: Wenn Sie die Kette tauschen, wechseln Sie gleichzeitig Ritzel und Kettenrad. Diese drei Teile bilden zusammen den Kettensatz und verschleißen gemeinsam. Eine neue Kette auf alten Zahnrädern verschleißt deutlich schneller.

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